Dienstag, 29. September 2015

Dissonanz

Was das für ein Gefühl ist, eben vom plötzlichen Unfalltod meiner gleichaltrigen Freundin erfahren zu haben, und nun in die Augen meiner kleinen Baby-Tochter zu schauen.
Ich weiß, dass Leben und Tod zusammen gehören.
Jeder weiß, dass das Leben endlich ist, und dass jeder jederzeit streben könnte.
Aber es ist einfach so unbegreiflich. Es fühlt sich so unmöglich an.
Letzte Woche habe ich darüber nachgedacht, dass ich eigentlich ein echt glücklicher Mensch bin. Dass ich, wenn ich jetzt sterben würde, ein wirklich erfülltes Leben gehabt hätte.
Ich würde es traurig finden, wenn ich jetzt schon gehen müsste - einfach, weil es sicher sehr schwer für meine Kinder und meinen Mann wäre.
Ich finde den Gedanken traurig, dass meine jüngsten Kinder sich dann vermutlich später nicht an ihre Mama erinnern könnten.
Aber ich bin schon echt dankbar, was bisher in meinem Leben gesteckt hat.
Es ist eine Frage, die vielleicht nie wirklich beantwortet sein wird: Wozu leben wir eigentlich?
Ich hoffe, dass ich einen positiven Einfluss auf das Leben der Menschen um mich herum habe. Dass die Fehler, die ich mache, niemanden tief verletzen.
Dass ich Spuren hinterlasse, die Andere weiterbringen.
Ich möchte vor allem mit meinem Leben Werbung für Gottes Liebe machen.
Denn ich glaube, dass der Weg letztendlich zu ihm führt.
Ich glaube, dass ich irgendwann meiner Freundin wieder begegnen werde; dass sie jetzt schon da ist, wo ich auch einmal sein möchte.
Und eigentlich ist das ja schön... und ganz normal... denn jeder, jeder Mensch wird früher oder später diese Erde wieder verlassen.
Bleibt trotzdem der Schock, dass es so unerwartet passieren kann.
Und die Frage, wie sich diese Tatsache auf das auswirkt, was ich in meinem Leben tue.
Meine Gebete sind bei der Tochter meiner Freundin und bei den anderen Angehörigen.

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