Sonntag, 21. April 2019

Ostern am See

Und während ich so am See sitze und den Blick schweifen lasse, an diesem sonnigen Ostersonntag, frage ich mich: Was wäre, wenn Jesus jetzt über das Wasser auf mich zu käme? Was, wenn er sagen würde: “Hallo, ich bin's, Jesus. Lass uns zusammen Ostern feiern!” Würde ich glauben, dass er es ist? Würde ich ihn erkennen?

Es ist leicht, diese Theorie vom ewigen Leben toll zu finden, um die es zu Ostern geht. So ein tröstlicher Gedanke, dass nach dem Tod noch etwas kommt. Was für eine schöne, bewegende, unglaubliche Geschichte, diese biblischen Berichte von der Auferstehung Jesu Christi!

Aber wie ernsthaft glaube ich, dass sie tatsächlich wahr ist? Kein Märchen, keine Legende, keine fromme Wunschvorstellung, sondern die Wahrheit?!

Ich glaube das tatsächlich. Auch wenn keiner es beweisen kann - zwar würden die vielen Augenzeugenberichte bestimmt ausreichen, wenn es um einen Fall vor Gericht ginge. Aber beweisen kann heute keiner mehr, dass Jesus wirklich von den Toten auferstanden ist. Den Beweis, dass die Geschichte wahr ist, bekommen wir erst, wenn wir selber tot sind. Wow, das wird ziemlich beeindruckend sein.

Bis dahin begnüge ich mich damit, dass ich Jesus Christus durch Gottes Wort und durch meine Erlebnisse mit ihm jeden Tag besser kennenlernen kann. Freue mich über die Berichte in der Bibel, von den Freunden Jesu, auf die er nach seiner Auferstehung am Seeufer wartete, um mit ihnen zu reden und zu frühstücken.

Und genieße mein Leben mit ihm - wenn auch mit Augen nicht sichtbar - an meiner Seite, bis ich ihm einmal gegenüberstehe, in diesem ewigen Leben, das er jedem verspricht, der ihm vertraut.

Freitag, 19. April 2019

Nachruf auf Jesus Christus

Nachruf auf Jesus Christus
von Anni E. Lindner

Am Karfreitag verstarb unser Freund und Bruder, Jesus Christus von Nazareth .

Auf einzigartige Weise vom Heiligen Geist empfangen (Lukas 1,35), überraschte der junge Jesus schon als Baby die Menschen in Israel. Er kam während der von Herodes verordneten Volkszählung in Bethlehem zur Welt, wo sich seine Mutter aufgrund der davidischen Abstammung von Ziehvater Josef aufhielt (Lukas 2,7).
Seine frühe Kindheit verbrachte Jesus als Flüchtlingskind in Ägypten (Matthäus 2,13). Die Eltern, Maria und Josef, hatten auf Anweisung eines Engels in diesem Land Schutz vor Herodes gesucht, da dieser die Absicht hegte, ihn bereits als Neugeborenen zu töten.
Ursache hierfür war der Besuch von Weisen aus dem Morgenland, die ihn Herodes gegenüber als “neugeborenen König der Juden” bezeichneten (Matthäus 2,2) .
Nach der Rückkehr seiner Familie nach Nazareth (Galiläa) zeigte Jesus bereits früh ein starkes religiöses Interesse. Als Zwölfjähriger verweilte er im Rahmen einer Pilgerreise im Tempel, wo er fundierte Gespräche mit den Gelehrten führte (Lukas 2,46).
Mit etwa dreißig Jahren trat der gelernte Zimmermann erneut in den Fokus der Öffentlichkeit.
Er ließ sich von Johannes dem Täufer im Jordan taufen. Augenzeugen berichten, dass der Heilige Geist in Form einer Taube auf ihn herab gefahren sei und eine Stimme aus dem Himmel ihn als “geliebten Sohn” bezeichnet habe (Markus 1,9-11).
An seine Taufe anschließend verbrachte Jesus von Nazareth vierzig Tage fastend in der Wüste (Markus 1,13).
In den folgenden beiden Jahren machte er sich einen Namen als Wundertäter und Wanderprediger. Seine Krankenheilungen, Dämonenaustreibungen und sogar Totenauferweckungen zogen unzählige Menschen an. Zudem sprach er bildgewaltig und vollmächtig von Gott, was Menschen dazu brachte, ihm in Scharen zu folgen.
Jesus von Nazareth bemühte sich intensiv um Randgruppen der Gesellschaft. Er betonte stets, dass er sich bewusst für gesellschaftlich Schwache sowie religiös Unzulängliche einsetzen wolle, da die “Gesunden” keinen “Arzt” brauchen (Lukas 5,31).
In seiner Funktion als Wanderprediger und Rabbi hatte Jesus von Nazareth einen festen Stamm von zwölf Jüngern, die er selbst als seine Schüler auswählte (Lukas 6,12-16). Auch einige Frauen zählten zu seinem engsten Freundeskreis.
Aufgrund seiner Wundertaten und der zuweilen provokanten Kommunikation mit Pharisäern und Schriftgelehrten wurde Jesus von Nazareth zu einer Person des öffentlichen Interesses.
Neben unzähligen Anhängern machte er sich durch sein ungeheucheltes, vollmächtiges Handeln und Auftreten leider auch entschlossene Feinde.
Besonders die unter den Augenzeugen kursierenden Gerüchte, er sei Gottes Sohn und der verheißene Messias, führten letztlich zu seiner Verhaftung am Abend des Passahfestes.
Einer seiner engsten Freunde, Judas Iskariot, gab den Hohepriestern den entscheidenden Hinweis zu seinem Aufenthaltsort (Markus 14,10).
Obwohl er von der Unschuld des Jesus von Nazareth überzeugt war, gab Pontius Pilatus als verantwortlicher römischer Herrscher dem Druck der Feinde Jesu nach und genehmigte dessen Hinrichtung (Matthäus 27,22-26).

Jesus von Nazareth, auch unter dem Titel “Jesus Christus” bekannt, starb nach heftiger Folter und Verspottung den Kreuzestod eines Verbrechers (Matthäus 27,50).

Wir behalten ihn als mitfühlenden Freund, beeindruckenden Wundertäter und vollmächtigen Lehrer in Erinnerung.
Seine Großzügigkeit und Liebe sowie die überraschend klaren Einblicke in das Reich und Wort Gottes sind unvergesslich und werden von uns schmerzlich vermisst werden.
Die Angehörigen und engsten Freunde sind davon noch immer überzeugt, den anderen Hinterbliebenen und Anhängern stellt sich jedoch nach seinem tragischen Tod die Frage:
War Jesus Christus von Nazareth wirklich Gottes Sohn?
 

Montag, 1. Oktober 2018

Ich will deinen Esel!

[Achtung: Dieser Artikel könnte Spuren von Ironie enthalten!]

Die Welt geht den Bach runter.
Es ist ganz klar: die Zeiten sind so schlimm wie noch nie; die Jugend verblödet, die Menschlichkeit geht flöten und ganz besonders wir Deutschen werden von unserer Regierung unfassbar ungerecht behandelt.

Montag, 27. August 2018

Loslassen und vertrauen

Loslassen und vertrauen. Eigentlich habe ich ja Übung darin. Trotzdem gibt es Tage, die mich neu herausfordernden. Heute zum Beispiel! Am Samstag wurde Kind Nummer 5 eingeschult. Heute Morgen lag es im Bett und konstatierte hartnäckig: “Ich gehe nicht in die Schule! Ich will nicht rechnen und lesen, das ist blöd.” Aha. So früh hatten wir das bei noch keinem Kind, aber gut. Schulpflicht ist ja zum Glück kein Wunschkonzert, also wurde das wenig begeisterte Kind zum Frühstück bewegt und ging schließlich in doch recht zuversichtlicher Stimmung zur Schule. Vor dem Klassenzimmer sammelten sich bereits aufgeregte Erstklässlereltern und ihre Kinder. Dazu gesellten sich die größeren Kinder, da die Klasse im JüL-System (Klassenstufe 1-3 gemeinsam in einer Lerngruppe) lernt. Beim Stundenklingeln waren alle da - bis auf die Lehrerin. Vor allen anderen Klassenräumen begrüßten sonnenumstrahlte Lehrerinnen mit herzlichem Lächeln ihre neuen Schüler. Indes bei uns: eine verschlossene braune Tür und besorgte Gesichter. 
Normalerweise lasse ich mich von so etwas nicht aus der Ruhe bringen, aber heute hatte ich Zeitdruck. Schließlich wartete Kind Nummer zwei mit gepacktem Koffer am S-Bahnhof auf mich. Der Plan war simpel: Ich bringe Kind Nummer drei bis fünf zur Schule. Diese beginnt um 8 Uhr, also kann ich spätestens um 8.10 Uhr am S-Bahnhof sein und Kind Nummer zwei zum Treffpunkt für die Klassenfahrt bringen.
Um 8.08 Uhr war mir klar, dass ich gehen musste. Kind Nummer 5 ist normalerweise sehr verständnisvoll und mutig, klammerte sich aber trotzdem an mir fest. “Es tut mir echt Leid, aber ich muss jetzt los. Dieser Papa hier passt mit auf dich auf, okay?” Es ist nicht gerade das schönste Gefühl der Welt, das Kind am ersten Schultag in einer Menge fremder Menschen stehen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass die zuständige Lehrkraft irgendwann vielleicht noch auftaucht. Aber ich konnte ihn ja schlecht wieder mitnehmen. Wie gut, dass ich schon ein wenig Schulerfahrung habe. Auf die weitere Entwicklung der Geschichte bin ich dennoch gespannt. Der Kleine wird sie mir heute Nachmittag erzählen.
Kind Nummer zwei kam mir am S-Bahnhof schon mit vorwurfsvollem Blick entgegen. “Ich warte hier schon ewig!” Wir hatten trotzdem noch eine halbe Stunde Zeit, um die zwei Stationen bis zum Treffpunkt zur Klassenfahrt zu bewältigen, aber seine Aufregung war verständlich. Wir sprinteten die Treppen zur eben einfahrenden S-Bahn hinauf und waren unterwegs. Am Zielbahnhof hatte sich schon eine kleine Herde versammelt. Meine Gefühlsachterbahn rauschte um die nächste Kurve. Klassenfahrten sind toll - ich weiß, dass die Kids es jedes Mal genießen, nur unter ihresgleichen zu sein. Aber da ist auch noch der Faktor Gefahr. Mir ist schon klar, dass es den Lehrkräften ein Anliegen ist, alle Kinder heil wieder nach hause zu bringen. Trotzdem weiß ich, dass die Klasse in einer felsigen Gegend unterwegs sein wird, wo es Abgründe und verlockende Kletterfelsen gibt. Also muss ich vertrauen, dass der Übermut der Kids sich in gesunden Grenzen hält. Schließlich sind Teenager nicht die rationalsten Wesen.  
Tief durchatmen. Das Kind mit einem lässigen “High Five” verabschieden (weil umarmen und durch die Haare wuscheln zu uncool geworden sind). Lächeln, umdrehen und verschwinden.
An solchen Tagen bin ich ganz besonders froh darüber, an Gott glauben zu können. Es gibt einfach unendlich viele Dinge, die ich nicht in der Hand habe. Ich kann mich um vieles kümmern, eine Menge planen und einige Gefahren im Voraus meiden. Aber es bleibt ein riesengroßer Teil meines Alltages, in dem ich einfach vertrauen muss.
Darauf, dass mein Schulkind gut betreut wird.
Darauf, dass dem Ausflügler kein Unfall passiert.
Darauf, dass es auch für die Sachen, die schief laufen, wieder eine neue Lösung gibt.
Ich bin froh, dass ich daran glauben kann: Alles, was ich nicht selber in der Hand habe, das hat Gott in der Hand. Er hat den Überblick, wo ich nur den nächsten Schritt sehe. Ihm vertraue ich, weil ich aus Erfahrung weiß, dass er es gut mit uns meint.

“Deshalb sorgt euch nicht um morgen - der nächste Tag wird für sich selber sorgen! Es ist doch genug, wenn jeder Tag seine eigenen Lasten hat.” Matthäus 6,34 (Die Bibel)





Montag, 6. August 2018

Bin ich schön?

Muss Spenden eigentlich weh tun? Blutspenden piekt ein bisschen, Geld spenden schmerzt, je nach Betrag, etwas mehr. Beides ist für mich trotzdem selbstverständlich. Bei dieser speziellen Spende, die heute für mich anstand, ging es aber um mehr: es ging um mein Selbstbewusstsein. Oder, anders gesagt, um meine Schönheit.
Es ist peinlich, das zuzugeben, aber seit meiner Teeniezeit macht mir das Thema Schönheit zu schaffen. Meine Figur lässt sich am ehesten mit dem Modell “Besenstil” vergleichen - nach sechs Schwangerschaften zeitweise auch “Klapperschlange mit verschlucker Antilope”. Als Jugendliche hörte ich von meiner Oma den Satz “Eine lange Dürre wird kommen”, von Klassenkameraden die Bezeichnung “BMW” (Brett mit Warzen). Dass ich kaum weibliche Rundungen aufweisen konnte wurde mir in meiner Familie immer gern scherzhaft vor Augen gehalten: meine Schwester hatte in dieser Beziehung schließlich deutlich die Nase vorn. Im Schulunterricht lernten wir dann auch, was ein schönes Gesicht ausmacht. Das Stichwort heißt “Kindchenschema”. Die Merkmale: große Augen, kleines Näschen. Super, genau das Gegenteil von mir!
Gibt es also etwas, das mich weiblich und schön macht?
Da wäre noch der Faktor Haare. Den kann ich immerhin selbst beeinflussen. Als ich ungefähr vierzehn Jahre alt war trug ich einen Kurzhaarschnitt, den ich ganz chic fand. Bis zu diesem Restaurantbesuch im Urlaub, bei dem die Kellnerin mich für meines Bruders großen Bruder hielt. Also wurden die Haare wieder länger.
Als ich mit zwanzig meinen Mann kennenlernte sah ich aus wie Yoko Ono, und das blieb auch so, bis zu einem Haarschneideunfall kurz vor unserer Hochzeit. Danach schwankte die Frisur über die Jahre zwischen lang und halblang.
Bis heute.
Heute habe ich ein Vorhaben in die Tat umgesetzt, das ich schon lange hatte. Meine Haare wurden radikal abgeschnitten, um als Haarspende für eine Kinderperücke zu dienen. Es war merkwürdig und irgendwie beschämend, wie schwer mir der Gedanke, mich von meinem seit 2012 wirklich langem Haar zu trennen, fiel.
Mein Mann liebt langes Haar und hat mir das immer wieder gern gesagt. Aber er liebt mich sowieso so, wie ich bin. Trotzdem: findet er mich auch mit einem Kurzhaarschnitt noch wirklich schön? Und wenn ich mir seiner Liebe - egal, wie ich aussehe - sicher bin: kann es mir dann nicht ganz egal sein, was Andere denken? Sollte mir das, als verheirateter Frau, nicht einfach egal sein?
Und zählen nicht sowieso die “inneren Werte” viel mehr?
Die Haarspende hat mir klar gemacht, dass ich mehr als mir lieb ist auf meine Außenwirkung bedacht bin. Gleichzeitig hat mich das aber nicht von der Spende abgehalten. Im Gegenteil: es hat mich sogar darin bestärkt, es zu tun. Weil ich überzeugt bin, dass Schönheit etwas anderes sein muss als eine gute Figur und schmeichelndes Haar - auch wenn ich leider wirklich gern etwas mehr Model fähig wäre. Ich glaube, dass es nicht meine “Bestimmung” ist, Menschen mit äußerlicher Schönheit zu beeindrucken (und ja, diese Erkenntnis tut trotzdem weh). Ich wünsche mir stattdessen, dass eine andere Art der Schönheit durch mein Wesen strahlt. Die Schönheit der Liebe Gottes, in dessen Augen jeder von uns wunderschön ist.

Mittwoch, 23. Mai 2018

Gemeinsam stark

Wie schnell sich doch Pläne ändern können. Und wie schnell man plötzlich nicht mehr alles im Griff hat.
Letzte Woche war für Kind Nummer fünf und mich ein Ärztemarathon. Alles drehte sich um einen harmlosen Knubbel am Ohr. Ich entdeckte ihn zufällig beim Umziehen in der Kita, und Kind Nummer fünf meinte: Das ist doch bei Opa passiert, als ich mich gestoßen habe. An ein solches Ereignis konnte ich mich nicht erinnern, aber wenn er es sagt, dann wird es wohl stimmen. Ich beobachtete die Sache ein paar Tage. Dann schleppte ich ihn zum Arzt, zur Sicherheit.
Die beiden Ärzte der Kinderarztpraxis waren ratlos, einer davon hatte dann die Idee, es könnte ein Borreliose-Lymphozytom sein. Es folgten eine Blutabnahme und einige Tage später die Verschreibung eines Antibiotikums - zur Sicherheit. Im Blut war nichts Auffälliges zu finden gewesen, aber das sei bei Borreliose normal.

Samstag, 31. März 2018

Ende und Anfang

Morgen endet die Fastenzeit, und damit auch mein Projekt "Sieben Wochen nackt".
Als ich vorgestern einkaufen war habe ich bemerkt, dass es mir extrem schwer fallen wird, zum "normalen Einkaufsverhalten" zurück zu kehren. Ehrlich gesagt, will ich gar nicht da hin zurück.
Als ich kürzlich Gummibärchen kaufen musste (natürlich nicht für mich selbst ;)) sträubte sich alles in mir gegen diesen Tütenwahn. Aber bis es dazu Alltags taugliche Alternativen gibt werde ich wohl bedingt wieder mitziehen müssen, wenn ich nicht meine ganze Familie zu einem gesünderen, naturverbundenen Lebensstil "bekehren" kann. Das will ich ihnen nicht über stülpen. Sicher ist aber, dass wir alle sensibilisiert sind und auch die Kleinen mit darauf achten, da, wo es möglich ist, unverpackt einzukaufen. "Möglich" ist aber eine Frage der Definition. Denn an meiner Kinderschar merke ich, dass ein Teil "leidensbereit" ist, und für die gute Sache auf etwas verzichten kann. Ein anderer Teil dagegen findet lieber Argumente dafür, dass das bisschen Müll den Verzicht nicht rechtfertigt.