Donnerstag, 11. Februar 2016

Das Näh-Virus

Um mich herum grassiert die Grippe (tatsächlich gibt es Influenza-Fälle im Bekanntenkreis). Mich hat kürzlich ein besser verträgliches Virus erwischt: Das Näh-Virus.
Es begann mit einem kuscheligen Baby-Overall, den eine Freundin für ihre Tochter gemacht hat. Sie bot an, mir das Schnittmuster zu geben. Hui, das war schon eine Herausforderung für einen Kaum-Näher wie mich. Aber ich wage ja gern mal was Neues, also ran an den Speck. Meine Tochter trägt den Anzug mittlerweile mit Begeisterung, und ich freu mich, trotz einiger schiefer Nähte, über das Ergebnis.


Dann stand Fasching vor der Tür. Die Kita hatte das Thema "Wasser" zum Faschingsmotto gekürt. Unsere Verkleidungskiste ist aus Kölner Tagen noch recht gut gefüllt, aber auf Piraten hatte ich keine Lust. Da traf ich auf DaWanda eine kostenlose Nähanleitung für ein sehr einfaches Hai-Kostüm. Jippie! Ein Kind war schnell versorgt. Das andere wollte eine Meerjungfrau werden. Vielleicht nicht das typische Kostüm für einen vierjährigen Jungen, aber ok... Allerdings war das noch vorhandene Kostüm aus der Kiste a) an vielen Stellen kaputt und b) mit einer vor den Füßen baumelnden Schwanzflosse die reinste Stolperfalle. Dann fand der junge Mann einen Dino-Kopfschmuck im Secon-Hand-Laden und wollte fortan ein "Meerjungfrauwasserdino" sein. Kein Problem, wir sind ja kreativ. Eigentlich kam mir das gelegen: Das kaputte Kostüm wurde zerschnippelt und umfunktioniert, Kind Nr. zwei war glücklich.
Dem dritten Kind fiel am Vorabend des Faschingsdienstags ein, dass Rotkäppchen eine rote Kappe braucht. Ein Trachtenkleid, um besagtes Märchenkind darzustellen, hatte sie schon von "Hallowas", aber die Kopfbedeckung fehlte.
Sie kramte ein rotes, gemustertes, Schal ähnliches Tuch hervor. Notfalls hätte es das wohl getan, aber mein ehrgeiz war geweckt. Wenn schon Rotkäppchen, dann richtig. Ich zerbrach mir den Kopf darüber, wo ich roten Stoff finden könnte. Ich zog kurz in Erwägung, die Wohnzimmergardinen zu zerschneiden, verwarf den Gedanken aber dann doch.
Ein rotes Handtuch vielleicht...? Suboptimal. Aber da fand ich es. besser gesagt: ihn. Einen roten Stoffbeutel, der gelangweilt im Regal lag. Selbigem ging es an den Kragen.
Ich hatte eine Menge Spaß mit diesem Recyclen von Kostümen und Materialien. Hoffentlich kann ich es bei Gelegenheit auch einmal auf Kleinkind-Klamotten anwenden.

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