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Gelassenheit

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In den letzten Wochen habe ich das Gefühl, täglich um mindestens drei Monate zu altern. Besonders schnell geht die Alterung vonstatten, wenn die beiden kleinen Jungs (4 und 6 Jahre) ihre Bruderrivalitäten ausleben, was zwischen 7 und 8 Uhr beziehungsweise zwischen 15 und 20 Uhr im Zweiminutentakt geschieht. "Mamaaaaa, der hat mich gekniffen!" - "Mamaaaa, der hat mein Auto weggenommen!" - "Und was hast du gemacht?" "GAR NICHTS!!!!" Ich fühle, wie sich weitere Falten in mein Gesicht eingraben und kann praktisch spüren, wie sich das Melanin aus meinen Haaren, sie in silbriges Grau verwandelnd, zurückzieht.

Das Näh-Virus

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Um mich herum grassiert die Grippe (tatsächlich gibt es Influenza-Fälle im Bekanntenkreis). Mich hat kürzlich ein besser verträgliches Virus erwischt: Das Näh-Virus. Es begann mit einem kuscheligen Baby-Overall, den eine Freundin für ihre Tochter gemacht hat. Sie bot an, mir das Schnittmuster zu geben. Hui, das war schon eine Herausforderung für einen Kaum-Näher wie mich. Aber ich wage ja gern mal was Neues, also ran an den Speck. Meine Tochter trägt den Anzug mittlerweile mit Begeisterung, und ich freu mich, trotz einiger schiefer Nähte, über das Ergebnis.

Burnout im Haushalt

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Mein Helfer hat schlapp gemacht. Er hatte schon Anfang des letzten Jahres ziemlich zu kämpfen; als es draußen langsam Frühling wurde kam der erste Zusammenbruch. Ich dachte damals schon, dass er gar nicht mehr kann, aber nachdem ich mich um ihn gekümmert, ihn ein bisschen verwöhnt und für ihn gebetet habe ging es weiter. Der nächste Zusammenbruch kam mitten im Trubel der Adventszeit. Wie durch ein Wunder hat er sich auch da noch einmal berappelt und fleißig weiter gearbeitet: bis heute. Heute hat er aufgegeben. Vielleicht nach dem Motto: "Am Aschermittwoch ist alles vorbei". Und diesmal sieht es wie ein gründliches Burnout aus.

Du musst deine Kinder nicht erziehen...

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"Du musst deine Kinder nicht erziehen. Sie machen dir eh alles nach." Da ist was Wahres dran. Jedenfalls an dem Teil mit dem Nachmachen. Den ersten Teil des Satzes würde ich nicht unterschreiben, im Gegenteil. Seit ich Kinder habe weiß ich, dass Erziehung nicht so ganz von ohne ist. Zwar bin ich nicht der Typ, der Ratgeber liest und Konzepte studiert, aber ich mache mir schon eine Menge Gedanken darüber, ob und wie wir unsere Kinder "richtig" erziehen.

Hirtennacht - Eine Weihnachtsgeschichte

Es war eine dieser Nächte. Der Wind pfiff kalt über die Weide, auf der die Schafherde lag. Das Feuerholz war feucht, und Dan musste ständig in der Glut herum stochern, damit das Feuer nicht nur qualmte, sondern auch wärmte. Unruhig war die Herde. Obwohl es seit Tagen keinen Zwischenfall mehr gegeben hatte, schien etwas Ungemütliches in der Luft zu liegen. Vielleicht schlich einRaubtier durch die Dunkelheit, die heute noch undurchdringbarer schien als sonst. "Gib mir mal das Wasser", brummte Asa missmutig. Er war kein Mann der großen Worte. Manchmal sprach er nächtelang überhaupt nicht, sondern schaute nur gedankenverloren in die Finsternis. Dan dagegen war ganz anders. Er war jung und voller Tatendrang. Nächte wie diese machten ihn kribbelig. Er langweilte sich. Obwohl die Schafe ihm am Herzen lagen, sehnte er beinahe ein wildes Tier herbei, mit dem er sich anlegen konnte. Alles war besser als tatenlos herum zu sitzen.

Dissonanz

Was das für ein Gefühl ist, eben vom plötzlichen Unfalltod meiner gleichaltrigen Freundin erfahren zu haben, und nun in die Augen meiner kleinen Baby-Tochter zu schauen. Ich weiß, dass Leben und Tod zusammen gehören. Jeder weiß, dass das Leben endlich ist, und dass jeder jederzeit streben könnte. Aber es ist einfach so unbegreiflich. Es fühlt sich so unmöglich an. Letzte Woche habe ich darüber nachgedacht, dass ich eigentlich ein echt glücklicher Mensch bin. Dass ich, wenn ich jetzt sterben würde, ein wirklich erfülltes Leben gehabt hätte. Ich würde es traurig finden, wenn ich jetzt schon gehen müsste - einfach, weil es sicher sehr schwer für meine Kinder und meinen Mann wäre. Ich finde den Gedanken traurig, dass meine jüngsten Kinder sich dann vermutlich später nicht an ihre Mama erinnern könnten. Aber ich bin schon echt dankbar, was bisher in meinem Leben gesteckt hat. Es ist eine Frage, die vielleicht nie wirklich beantwortet sein wird: Wozu leben wir eigentlich? Ich hoffe,...

30 Tage: Lachen (9/30)

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Glück und Wahnsinn liegen nah beieinander, wenn man Kinder hat. In einem Moment kann man auf einer Bank in der kühlen Herbstluft sitzen und sich über die spielenden Kinder freuen. Im nächsten Moment bekommt man graue Haare, weil die Aussage: "Steck bitte keinen Dreck in dieses Gerät!" auch bei der vierten Wiederholung auf taube Ohren stößt. Ich merke, dass ich oft extrem angespannt bin, weil ich so viele Sachen auf dem Schirm habe, die ich meiner Meinung nach besser im Griff haben oder längst erledigt haben sollte. Visionen von Wäschebergen, das Strandfeeling auf dem Teppich im Hausflur, versäumtes Instrumente-Üben, Stapel von wichtigen und unwichtigen Papieren auf dem Tisch, die dringend sortiert werden sollten. Das Anstrengendste an der Erziehung von sechs Kindern finde ich aber nicht, einen Haushalt zu schmeißen (worin ich keine Vorzeigemutter bin), für alle mitzudenken, nachts Albtraum geplagte Kinder zu trösten oder tagsüber mit Terminen zu jonglieren. Was am meisten...